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THOSCHLAB

METHODS    MOTIVATION    MUSIC

Dr. Thomas Schäfer

Professor für Quantitative Forschungsmethoden in der Psychologie | MSB Medical School Berlin

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FORSCHUNG

Meine Forschung konzentriert sich hauptsächlich (1) auf die Weiterentwicklung psychologischer Forschungsmethoden und Analyseverfahren (vor allem multivariate Methoden und New Statistics) und (2) auf den Einfluss kognitiver, emotionaler, sozialer und physiologischer Faktoren auf die Entwicklung von Motivation und Wohlbefinden, mit den Schwerpunkten Musikkognition (Funktionen und Präferenzen) und Achtsamkeit (Mindfulness).

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE

  • Psychologische Forschungsmethoden und Analyseverfahren

  • Open Science | Reproduzierbarkeit | New Statistics

  • Musikpsychologie (Funktionen, Emotionen, Präferenzen)

  • Methoden der Neurowissenschaften

  • Achtsamkeit | Wohlbefinden | Lebenssinn

  • Embodiment | Zeitwahrnehmung

  • (Interkulturelle Unterschiede im) Urteilen und Entscheiden

  • Entwicklung von Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS)

SCHWERPUNKTE IN DER LEHRE

  • Psychologische Methodenlehre/Forschungsmethodik und Statistik

  • Multivariate Analysemethoden (v. a. Erweiterte Regressionsmodelle wie Moderation, Mediation, Strukturgleichungsmodellierung, Hierarchische Modelle)

  • New Statistics

  • Open Science und Reproduzierbarkeit von Evidenz

  • Wissenschaftliches Arbeiten und Publizieren

  • Kognitive Psychologie

  • Musikpsychologie

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AUSWAHL AKTUELLER FORSCHUNGSPROJEKTE

Cohen 2.0 – Neue Konventionen für die Interpretation von Effektgrößen in der Psychologie

Wann ist ein empirischer Effekt groß oder klein? In der Psychologie ist es gängiger Standard, diese Frage mit den Konventionen zu beantworten, die Jacob Cohen vor etwa 45 Jahren formuliert hat. Die Formulierung dieser Konventionen beruhte jedoch auf eher theoretischen und subjektiven Annahmen, nicht auf der tatsächlichen Verteilung von Effektgrößen, wie man sie in der Forschung findet. In diesem Projekt ziehen wir eine zufällig repräsentative Auswahl von 1000 Forschungsarbeiten der Psychologie der letzten 100 Jahre, extrahieren die Effektgrößen und erstellen eine Verteilung dieser Effektgrößen, aus der schließlich abgelesen werden kann, was – empirisch gesehen – kleine, mittlere und große Effekte sind. [gefördert von der DGPs]

Effektgrößen und Power in Mehrebenenmodellen

Die Auswertung hierarchischer Daten (Mehrebenenmodelle, Mixed Models) ist komplex; herkömmliche Modelle für die Berechnung von Effektgrößen und Teststärke stoßen an ihre Grenzen und müssen neu definiert werden. In diesem Projekt untersuchen wir systematisch die verschiedenen Herangehensweisen an die Berechnung von Effektgrößen und Power in Mehrebenenmodellen – mit dem Ziel konkrete Handlungsanweisungen und Konventionen für die Interpretation anzubieten.

Neuronale Wege zur Gänsehaut – Wie entstehen Chill-Erlebnisse beim Musikhören?

Bis zu 50 Prozent aller Menschen haben regelmäßig Gänsehauterlebnisse beim Musikhören. Bisher ist nicht geklärt, warum wir durch bestimmte musikalische Inhalte physiologische Reaktionen wie Gänsehaut bekommen. Eine vielversprechende Hypothese ist, dass musikalische Elemente wie ein Anstieg der Lautstärke oder Tonhöhe oder das Einsetzen eines neuen Elements akustisch vermittelte kurze Angstreaktionen (z. B. in den Amygdalae) auslösen, die über einen „langsamen“ kortikal Pfad schnell wieder gehemmt werden. Dieser affektive Kontrast soll das Hochgefühl erklären, das oft mit der Gänsehaut einhergeht. Ob sich tatsächlich ein kurzzeitiger Anstieg der Aktivität in den Amygdalae zeigt, soll in diesem Projekt mit Hilfe von MEG, EEG und fMRI untersucht werden. Dabei stehen methodische Machbarkeitsstudien am Anfang, die die Zugänglichkeit subkortikaler Hirnstrukturen in hoher zeitlicher Auflösung untersuchen sollen. [in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg]

Entwicklung einer App zu Messung von Achtsamkeit

Die Messung von Achtsamkeit wird kontrovers diskutiert, da Forscher/innen aus verschiedensten Disziplinen und Traditionen noch immer an einer einheitlichen Definition von Achtsamkeit arbeiten. Übereinstimmung herrscht aber weitgehend über die Überzeugung, dass Achtsamkeit zwar ein Trait ist, dieser sich aber in konkreten Situationen manifestieren muss (State). Fragebogen zur Erfassung von Achtsamkeit stoßen daher an ihre Grenzen. Wir entwickeln eine Experience-Sampling App, die Achtsamkeit durch eine Abfrage von Kognitionen und Emotionen in konkreten Situationen erfasst.

Musik im Alter

Die zunehmend alternde Gesellschaft bringt Probleme mit sich, von denen einige durch einfache Maßnahmen aufgefangen werden können. Eingeschränkte körperliche und psychische Gesundheit sowie nachlassende Mobilität und dadurch veränderte Wohnsituationen bedingen bei vielen älteren Menschen affektive Probleme und eine Verminderung der sozialen Teilhabe. Musik ist ein einfaches und vielversprechendes Mittel um solchen Problemen zu begegnen. Musikhören und Musizieren sind im Hinblick auf ihre Wirkungen bei Älteren erst im Ansatz erforscht. In diesem Projekt möchten wir die Potenziale von Musik bei älteren Menschen ausloten und in konkrete Handlungsanweisungen bzw. praxistaugliche Interventionen umsetzen.

PUBLIKATIONEN

BÜCHER

 

JOURNAL ARTICLES (PEER-REVIEWED)

  • Kessler, E. M., Grünewald, L., & Schäfer, T. (2020). Depressed Older Patients with Death Wishes: Experimental Evidence for Psychotherapists’ Age and Health Bias. Clinical Gerontologist, 1-6.

  • Kessler, E. M., Frank, V., Klostermann, A., Peters, O., & Schäfer, T. (2020). Concomitants of depressive symptoms in memory clinic patients. GeroPsych: The Journal of Gerontopsychology and Geriatric Psychiatry.

  • Schamber, G., Meinicke, E., & Schäfer, T. (2020). EMDR ohne Therapeuten? - Konzeption und doppelblind-randomisierte kontrollierte Evaluation eines EMDR -Stressbewältigungsprogramms (EMDR -SBP). Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin 41, 41-57.

  • Eberth, J., Sedlmeier, P., & Schäfer, T. (2019). PROMISE: A model of insight and equanimity as the key effects of mindfulness meditation. Frontiers in Psychology, 10, 2389.

  • Schnapka, C., & Schäfer, T. (2019). Der Umgang unbegleitet geflüchteter Jugendlicher mit rassistischer Diskriminierung in Dresden und die Auswirkungen auf ihr psychisches Wohlergehen. Z'Flucht. Zeitschrift für Flucht-und Flüchtlingsforschung, 3, 177-218.

  • Schäfer, T., & Schwarz, M. (2019). The meaningfulness of effect sizes in psychological research: Differences between sub-disciplines and the impact of potential biases. Frontiers in Psychology, 10:813. doi: 10.3389/fpsyg.2019.00813

  • Schäfer, T., & Riedel, J. (2019). Musik — Therapie für die Seele. ProCare, 24, 30–34. http://doi.org/10.1007/s00735-019-1033-7

  • Arend, M. G., & Schäfer, T. (2018, September 27). Statistical Power in Two-Level Models: A Tutorial Based on Monte Carlo Simulation. Psychological Methods. Advance online publication. http://dx.doi.org/10.1037/met0000195

  • Schäfer, T. (2018). Die New Statistics in der Psychologie – Status quo und Zukunft der Datenanalyse. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 50, 3-18.

  • Schäfer, T., & Mehlhorn, K. (2017). The association between personality traits and musical style preferences. A meta-analysis. Personality and Individual Differences, 116, 265-273. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0191886917303215

  • Sänger, J., & Schäfer, T. (2017). Psychologische Erkenntnis zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Bezugspunkten. Zeitschrift für Empirische Hochschulforschung, 1, 59-75.

  • Schäfer, T., & Riedel, J. (2017). Musikhören im Alter. Untersuchung der Nutzungsweisen und psychosozialen Ressourcen. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 1-9, online first as DOI: 10.1007/s00391-017-1229-z

  • Schäfer, T. (2016). The Goals and Effects of Music Listening and Their Relationship to the Strength of Music Preference. PLoS ONE 11(3): e0151634. doi:10.1371/journal.pone.0151634

  • Weyh, T., & Schäfer, T. (2016). Angenehmheit und Interessantheit als Dimensionen ästhetischer Urteile über Musik: Eine empirische Gegenüberstellung. Musikpsychologie, 26, 121-151.

  • Schäfer, T., Auerswald, F., Bajorat, I. K., Ergemlidze, N, Frille, K., ..., Wilker, T. (2015). The effect of social feedback on music preference. Musicae Scientiae. Advance online publication. doi:10.1177/1029864915622054

  • Schamber, G., Meinicke, E., & Schäfer, T. (2015). Stressreduktion durch Binaurale Stimulation? Eine experimentelle Untersuchung zum Effekt einer Alpha-Stimulation auf die psychophysiologische Entspannungsreaktion. Zeitschrift für Neuropsychologie, 26, 239-248.

  • Schäfer, T., Huron, D., Shanahan, D., & Sedlmeier, P. (2015). The sounds of safety: Stress and danger in music perception. Frontiers in Psychology: Cognition, 6, 1140. DOI:10.3389/fpsyg.2015.01140

  • Schäfer, T., & Kraneburg, T. (2015). The kind nature behind the unsocial semblance: ADHD and justice sensitivity – a pilot study. Journal of Attention Disorders, 19, 714-727. Doi:10.1177/1087054712466914

  • Schäfer, T., & Fachner, J. (2015). Listening to music reduces eye movements. Attention, Perception, and Psychophysics, 77, 551-559. DOI: 10.3758/s13414-014-0777-1

  • Schäfer, T., Zimmermann, D., & Sedlmeier, P. (2014). How We Remember the Emotional Intensity of Past Musical Experiences. Frontiers in Psychology, 5, 911. DOI:10.3389/fpsyg.2014.00911

  • Schäfer, T., Smukalla, M., & Oelker, S.-A. (2014). How music changes our lives. A qualitative study of the long-term effects of intense musical experiences. Psychology of Music, 42, 525-544. DOI:10.1177/0305735613482024

  • Schäfer, T., Fachner, J., and Smukalla, M. (2013). Changes in the representation of space and time while listening to music. Frontiers in Psychology, 4, 508. DOI:10.3389/fpsyg.2013.00508

  • Schäfer, T., Sedlmeier, P., Städtler, C., and Huron, D. (2013). The psychological functions of music listening. Frontiers in Psychology, 4, 511. DOI:10.3389/fpsyg.2013.00511

  • Schäfer, T., Tipandjan, A., & Sedlmeier, P. (2012). The functions of music and their relationship to music preference in India and Germany. International Journal of Psychology, 47, 370-380. DOI:10.1080/00207594.2012.688133

  • Tipandjan, A., Schäfer, T., Sundaram, S., & Sedlmeier, P. (2012). What are the important decisions in the lives of German and Indian university students? The structure of real-life decision-making processes. Integrative Psychological & Behavioral Science, 46, 205-234. DOI:10.1007/s12124-011-9189-0

  • Gröschke, D., & Schäfer, T. (2012). The necessity for self-regulation in intercultural situations. European Journal of Cross-Cultural Competence and Management, 2, 133-148. DOI:10.1504/EJCCM.2012.047087

  • Schäfer, T., & Sedlmeier, P. (2011). Does the Body Move the Soul? The Impact of Arousal on Music Preference. Music Perception, 29, 37-50. DOI:10.1525/mp.2011.29.1.37

  • Schäfer, T., & Sedlmeier, P. (2010). What makes us like music? Determinants of music preference. Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts, 4, 223-234. DOI:10.1037/a0018374

  • Schäfer, T., & Sedlmeier, P. (2009). From the functions of music to music preference. Psychology of Music, 37, 279-300. DOI:10.1177/0305735608097247

  • Waniek, J., & Schäfer, T. (2009). The role of domain and system knowledge on text comprehension and information search in hypermedia. Journal of Educational Multimedia and Hypermedia, 18, 221-240.

WEITERE ZEITSCHRIFTENBEITRÄGE

  • Schäfer, T. (2018). Heavy Metal als Abgrenzung. Interview mit Thomas Schäfer. Audimax, 5, 28.

  • Schäfer, T. (2017). Die Gefährdung des wissenschaftlichen Fortschritts durch adaptives Verhalten von Nachwuchswissenschaftler/innen. Kommentar zum Beitrag von Rentzsch, Harzer & Wolter (2017). Psychologische Rundschau, 68, 288.

  • Schäfer, T. (2013). Wissen braucht Methode. StudPsych, 10, 20-21.

  • Schäfer, T., & Horlitz, T. (2007). Jenseits des Dualismus. Gehirn&Geist, 12, 69.

  • Schäfer, T. (2007). Die Identität der Psychologie - Symbiose aus Erklären und Verstehen. e-journal philosophie der psychologie, 8; online verfügbar: www.jp.philo.at

 

BUCHKAPITEL

  • Schäfer, T. & Sedlmeier, P (2017). Musik im Alltag: Wirkungen, Funktionen und Präferenzen. In R. Kopiez & A. Lehmann (Hrsg.). Musikpsychologie. Das neue Handbuch. Reinbek: Rowohlt.

  • Schäfer, T. (2015). Musikpsychologie. In A. Schütz, M. Brand, H. Selg, & S. Lautenbacher (Hrsg.). Psychologie. Eine Einführung in ihre Grundlagen und Anwendungsfelder (5. Aufl., S. 529-539). Stuttgart: Kohlhammer.

  • Schäfer, T. (in press). Per Mausklick zur Einfachheit – Datenanalyse in der Psychologie. In T. Horlitz, T. Schäfer, und U. Rudolph (Eds.). Simple Minds in a Complex World. Der Mensch zwischen Komplexität und Einfachheit. Wiesbaden: Springer VS.

  • Sedlmeier, P. & Schäfer, T. (2013). Emotions, moods, and musical preferences. In C. Mohiyeddini, S. Bauer, & M. Eysenck  (Eds). Handbook of psychology of emotions (2nd ed., pp. 327-337). New York: Nova Science Publishers.

  • Schäfer, T. & Sedlmeier, P. (2011). From the functions of music to music preference. In C. Rojek (Ed.), Popular Music. London: Sage Publications.

Im Menschen schlägt die Natur ihre Augen auf und erkennt, dass sie da ist. (Schelling)